06.11.2026 MUTEC

MUTEC Award 2026: Drei Ausstellungsprojekte aus Bern, Dresden, Hamburg ausgezeichnet

Die Ausstellungen „Glitzer“, „Frauen machen Männel“ und „Vom Glück vergessen“. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Bern und der Schweiz“ sind mit dem MUTEC Award 2026 ausgezeichnet worden. Die drei gleichwertigen Preise würdigen herausragende Ausstellungsprojekte aus dem deutschsprachigen Raum. Jede Auszeichnung ist mit 1.500 Euro dotiert.

Drei Ausstellungen, drei unterschiedliche Ansätze der Gestaltung und Vermittlung: Mit dem MUTEC Award 2026 wurden heute Projekte ausgezeichnet, die gesellschaftlich relevante Themen mit gestalterischer Qualität, partizipativen Ansätzen und einer einnehmenden Ansprache der Besucher:innen verbinden. Die unabhängige Fachjury wählte die Preisträger aus den zwölf nominierten Projekten aus. Eingereicht wurden knapp 70 Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ausgezeichnet wurden „Glitzer“ des Museums für Kunst & Gewerbe Hamburg, „Frauen machen Männel“ des Museums für Sächsische Volkskunst der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie „Vom Glück vergessen. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Bern und der Schweiz“ des Bernischen Historischen Museums. Die Jury entschied sich bewusst für drei gleichwertige Preise: Alle Projekte überzeugten auf ihre eigene Weise durch außergewöhnliche Qualität und innovative Perspektiven auf die Museums- und Ausstellungsarbeit.

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielseitig und relevant Ausstellungen heute sein können“, sagt Constantin Strobel, Projektdirektor der MUTEC. „Sie machen komplexe Themen erfahrbar, schaffen Nähe und laden dazu ein, neue Perspektiven einzunehmen. Der MUTEC Award würdigt damit nicht nur gestalterische Qualität, sondern auch den Beitrag, den Museen zum gesellschaftlichen Dialog leisten.“

„Glitzer“

Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg

Gestaltung: TheGreenEyl, Rimini Berlin

Mit „Glitzer“ widmete sich das Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg einem allgegenwärtigen Material, das selten ernst genommen wird. Kulturhistorische Exponate, künstlerische Positionen, Mitmachstationen und von Besucher eingebrachte Objekte eröffneten auf 600 Quadratmetern neue Perspektiven – von Popkultur und Materialgeschichte bis zu Fragen der Sichtbarkeit, etwa in queeren Styles. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung aus Leichtigkeit und Tiefgang sowie die gestalterische Qualität der Ausstellung.

Aus der Laudatio von Prof. Dr. Joachim Baur, Mitglied der Jury des MUTEC Awards:

„Die Gestaltung übersetzt den thematischen Facettenreichtum kongenial in Raumbilder, bauliche und ästhetische Lösungen. Sie sprüht vor Ideen und Abwechslung, ohne sich effekthascherisch in den Vordergrund zu drängen. Mit großer Zugewandtheit, Teilhabe, Lust und Freude verdeutlicht die Ausstellung, was Ausstellungen in der Vermittlung und Verhandlung unserer Gegenwart zu leisten vermögen.“

„Frauen machen Männel“

Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Gestaltung: Irene Pätzug, Veit Pätzug

Mit der Sonderausstellung „Frauen machen Männel“ rückt das Museum für Sächsische Volkskunst Künstlerinnen und Handwerkerinnen in den Mittelpunkt, die zwischen 1900 und heute Figuren drechseln und schnitzen. Die Jury würdigte insbesondere die zurückhaltende, sinnliche Szenografie und die neue Perspektive auf die Sammlung.

Aus der Laudatio von Claudia Glass, Mitglied im Präsidium des Fachverbands Szenografie Schweiz und Mitglied der Jury des MUTEC Awards:

„Die Ausstellung verführte die Besucher:innen zu einem beinahe intimen Dialog. Übergrosse Abbildungen der Handwerkerinnen und Künstlerinnen luden dazu ein, an den ihnen gegenüberstehenden Secondhand-Tischen Platz zu nehmen. In dieser unmittelbaren Gegenüberstellung entstand eine besondere Nähe: Die Besucher:innen befanden sich in einer ähnlichen körperlichen Position wie die porträtierten Frauen bei der Arbeit.“

„Vom Glück vergessen. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Bern und der Schweiz“

Bernisches Historisches Museum

Gestaltung und Projektteam: Karin Bucher, Tanja Rietmann, interdisziplinäres Projektteam des Bernischen Historischen Museums

Die Ausstellung gibt Menschen Sichtbarkeit, die von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen waren. Mit der Installation „Namen des Vergessens“ verbindet sie persönliche Stimmen, Erinnerungsarbeit und eine partizipative Form der Vermittlung.

Aus der Laudatio von Susanne Zils, Projektleitung Museumsbau bei DOMiD e. V. und Mitglied der Jury:

„Die Jury sieht die Preiswürdigkeit des Projekts vor allem darin, dass Partizipation hier nicht als ergänzendes Angebot verstanden wird, sondern als tragendes Prinzip der gesamten Ausstellung. Sie prägt die Konzeption, die Gestaltung, die Umsetzung und den laufenden Betrieb. «Vom Glück vergessen» zeigt eindrücklich, wie konsequente Entscheidungen in der Entwicklung und Umsetzung einer Ausstellung ein Museum zu einem Ort machen können, an dem Menschen ihre Geschichten einbringen und gemeinsames Erinnern gesellschaftliche Wirkung entfaltet."

Wer war nominiert, wer hat entschieden?

Der MUTEC Award wird von der Leipziger Messe in Kooperation mit ICOM Deutschland und dem VerA – Verband für Ausstellungsgestaltung e. V. vergeben. Die Auszeichnung würdigt innovative, nachhaltige, inklusive und gestalterisch hochwertige Ausstellungsprojekte im deutschsprachigen Raum.

Auf der Shortlist für den MUTEC Award standen zwölf Ausstellungsprojekte .

Die Entscheidung für den MUTEC Award wurde von einer hochkarätig besetzten Jury getroffen. Die Leipziger Messe dankt den Mitgliedern für ihr fachliches Engagement. Die Mitglieder im Einzelnen:

  • Matthias Kutsch – Vorsitzender VerA Verband für Ausstellungsgestaltung
  • Prof. Dr. Joachim Baur – Professor / freier Kurator Technische Universität Dortmund / Die Exponauten, Berlin – Vorstandsmitglied ICOM Deutschland
  • Susanne Zils – Sprecherin AK Ausstellungen im DMB / Projektleitung Museumsbau DOMiD e.V. – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland
  • Prof. Dr. Gisela Weiß – Studiendekanin Bereich Museologie/Museumspädagogik HTWK Leipzig
  • Claudia Glass – Mitglied im Präsidium des Fachverbands Szenografie Schweiz
  • Dr. Marko Mele – Wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseums Joanneum

Auf unserer Cloud finden Sie Bilder aller Preisträgerinnen und Preisträger . Passwort: denkmalmutec. Als Bildnachweis bitte „Leipziger Messe, Tom Schulze“ angeben.

Ansprechpartner

Mark Gärtner
Pressesprecher
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