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    ICOM Deutschland unterstützt die MUTEC 2020 als Partner

    26.05.20 | 09:00 Uhr | Leipziger Messe GmbH

    Erstmals wird die MUTEC in diesem Jahr von ICOM Deutschland als Partner unterstützt. Das größte Netzwerk für Museumsfachleute in Deutschland und Europa setzt sich vor allem für die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte, die museumsbezogene Fachinformation und die Fortbildung der Museumsfachleute ein. Im Interview erzählt Präsidentin Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch über aktuelle Herausforderungen für Museen und wie die MUTEC dazu beitragen kann, diese zu bewältigen.

    MUTECaktuell: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Museen in der heutigen Zeit und welchen Einfluss hat die aktuelle Corona-Pandemie auf diese Herausforderungen?

    Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch: Die Pandemie hat leider den gesamten Kultursektor erschüttert und viele Akteure schon jetzt an den Rand der Existenz gedrängt. Die betrifft in erster Linie viele Künstler*innen und Akteure, aber auch die Museen. In einer aktuellen Stellungnahme der Weltpräsidentin von ICOM, Suay Aksoy, betont diese, dass weltweit vermutlich 13% der Museen nicht wieder öffnen können, weil sie es ökonomisch nicht überleben. Man darf jedoch nicht den Blick dafür verlieren, dass der Kultursektor eine fundamentale Säule im gesellschaftlichen Zusammenleben darstellt und eine Menschheit ohne Kunst und Kultur nicht auf Dauer existieren kann. Insofern gilt es, insbesondere in einem wirtschaftlich so stark aufgestellten Land wie Deutschland, alle politischen, gesellschaftlichen und kreativen Kräfte zu einen und gemeinsam an dem Wiederaufbau der kulturellen Landschaft zu arbeiten. Dies hängt sicherlich mit finanziellen Mitteln zusammen, aber auch essentiell an einem anhaltenden gesellschaftlichen Dialog. Deutschland ist die Nation, in der die meisten Museen etabliert sind, und in der es eine reiche Kultur der Künste und der Kreativkräfte gibt. Es ist eines der wichtigsten Destinationen weltweit für Kunstschaffende. Wir sollten uns alle auf dieses Potenzial besinnen und dies auch vor dem Hintergrund anstehender Sparmaßnahmen nicht kleinreden lassen.

    MUTECaktuell: Welche Rolle kann eine internationale Fachmesse wie die MUTEC bei der Bewältigung dieser Herausforderung spielen?

    Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch: Internationale Fachmessen wie die MUTEC sind Gradmesser nicht nur für die Neuerungen im Kultur- und Museumssektor, sondern auch für das Klima, innerhalb dessen sich die derzeitigen und zukünftigen Parameter abzeichnen werden. Sie bietet zugleich aber allen Akteuren ein Dialogfeld, auf dem sich Wissenschaftler, Museumsprofis wie auch der gesamte Sektor des Kunstmarktes orientieren und mit einander austauschen können. Die Basis für ein gegenseitiges Verständnis und die Weiterentwicklung professioneller Maßnahmen in den Museen, z.B. im Hinblick auf die präventive Konservierung, kann immer nur im Austausch von Wissen gelingen. Die MUTEC leistet dies jenseits der kommerziellen Interessen, wie dies sonst auf den Kunstmessen vorherrscht. Sie ist wichtiger Partner für relevante Fragen zu Präsentationsformen und technischen Neuerungen innerhalb der Museen, sie ist zugleich eine Chance, zukünftige Entwicklungen frühzeitig kennenzulernen, was jeder Museumsprofessional nutzen sollte.

    MUTECaktuell: Im Rahmen der MUTEC wird die ICOM-Tagung für Young Professionals stattfinden. Wie setzt sich der Teilnehmerkreis zusammen und mit welchen Fragen bzw. Themen beschäftigt sich die Tagung?

    Prof. Dr. Beate Reifenscheid-Ronnisch: Zunächst einmal ist dies ein vergleichsweise junges Format bei ICOM Deutschland, das wir zum ersten Mal auf unserer Jahrestagung in München erprobt hatten und das wir auf unserer Tagung in Hamburg im März 2020 fortsetzen wollten. Letztere mussten wir leider Pandemie bedingt absagen. Neben einem Treffen auf der MUTEC ist ein weiteres Zusammentreffen und Arbeiten im November diesen Jahres in Athen geplant, mit ICOM Deutschland, ICOM Griechenland und ICOM Zypern. Die Young Professionals sind Studierende aus museumsnahen Studiengängen, aber auch Volontär*innen sowie junge Museumsmitarbeiter*innen, die sich nun erstmals über ein größeres Netzwerk austauschen sowie ein- bis zweimal pro Jahr treffen können. Für die Hamburg-Tagung sind wir in den virtuellen Raum gegangen und konnten so über drei Slack-Channels die Themen „Organisations- und Kommunikationsstruktur“, „Sinn und Zweck“ sowie die „Rolle innerhalb von ICOM“ diskutieren, was am 5. November 2020 auf der MUTEC fortgesetzt werden wird. Inhaltlich wird es dann jedoch um „Diskriminierungskritische Museumsarbeit“ gehen. Wir erhoffen uns mit diesem neuen Format einen aktiven Beitrag zur Professionalisierung von jungen Museumsmitarbeiter*innen, aber auch ein gestärktes Netzwerken innerhalb der Museumslandschaft.

    Foto: ICOM Deutschland e. V.

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