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    VerA-Präsident Matthias Kutsch: „Gemeinsam gute Ausstellungen schaffen“

    21.09.21 | 09:25 Uhr

    VerA, der Verband der Ausstellungsgestalter in Deutschland, vereint alle Ausstellungsschaffenden aus den Disziplinen Kuration, Architektur und Szenografie sowie Text, Grafik und audiovisuelle Medien. Kürzlich hat VerA seine Geschäftsstelle nach Leipzig verlegt, so dass die MUTEC 2022 quasi ein Heimspiel für den Verband darstellt. Wir haben mit Präsident Matthias Kutsch über die Verbandsarbeit, die Bedeutung neuer Technologien und die MUTEC im nächsten Jahr gesprochen.

    Redaktion: Sie sind seit 2014 Präsident vom VerA. Wie haben Sie die Verbandsarbeit in diesen sieben Jahren erlebt, welche Höhen und Tiefen gab es?

    Matthias Kutsch: VerA ist der Verband der Ausstellungsgestalter und vereint alle Ausstellungsschaffenden aus den Disziplinen Kuration, Architektur und Szenografie sowie Text, Grafik und audiovisuelle Medien. Unser Ziel ist das Zusammenwachsen einer Gemeinschaft. Bei unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass wir mit unseren Schwierigkeiten nicht allein sind und dass wir gemeinsam etwas erreichen können. Man muss festhalten, dass bisher im Verband fast alle Mitwirkenden die Aufgabe ehrenamtlich geleistet haben und dadurch die Arbeitsprozesse länger dauern. Umso wertvoller ist das bisher Erreichte, wie zum Beispiel die neue Honorarordnung HOAS, die unsere Leistungen definiert und auch Grundlagen für die Zusammenarbeit mit Museen und Ausstellungshäusern schafft. Die erste Auflage ist fast ausverkauft und wir arbeiten gerade an der neuen, überarbeiteten HOAS, die im Frühjahr 2022 herauskommen soll. Bei Ausschreibungen, die nicht unseren Regeln entsprechen, nehmen wir mit den Auslobern Kontakt auf und versuchen, sie zu Änderungen zu bewegen. Dies gelingt leider nicht immer. Es ist uns wichtig, von den Museen als Partner gesehen zu werden und gemeinsam gute Ausstellungen zu schaffen.

    Redaktion: Welche Themen treiben den VerA derzeit am meisten um – insbesondere mit Blick auf die schwierige Situation für Ausstellungsgestalter im Zuge der Corona-Pandemie?

    Matthias Kutsch: Die Pandemie hat einiges durcheinandergewirbelt. Projekte sind verschoben oder gestrichen worden. Dafür haben viele Museen die Zeit genutzt, um Maßnahmen zur Reattraktivierung zu realisieren. In Zukunft wird es, wie ich befürchte, weniger Geld für Museen und Ausstellungen geben. Umso wichtiger ist es bei aller Konkurrenz, dass wir dafür sorgen, dass wir für unsere Leistungen angemessen entlohnt werden. Durch unsere Arbeit versuchen wir die Wichtigkeit der Förderung von kulturellen Einrichtungen weiterhin zu betonen und besonders auf die gesellschaftlichen und pädagogischen Werte von Ausstellungen hinzuweisen.

    Redaktion: Seit Juni 2020 engagiert sich der VerA mit weiteren Beteiligten in einer Arbeitsgruppe zur freiberuflichen und selbständigen Arbeit im Museumsektor. Den offiziellen Startschuss bildete eine gemeinsame Erklärung. Konnten seitdem schon Fortschritte erzielt werden?

    Matthias Kutsch: Der Zusammenschluss verschiedener Verbände war eine Reaktion auf einen Leitfaden des Deutschen Museumsbundes, bei dem durch einige Formulierungen die Leistungen der Freiberufler nicht ausreichend gewürdigt wurden. Auf Grund unserer Proteste hat der Deutsche Museumsbund zu einem Workshop eingeladen, bei dem eine gemeinsame Erklärung zur freiberuflichen Tätigkeit in Museen erarbeitet wurde. Hierbei wurde die Wichtigkeit der Arbeit der Freiberufler in der Museumslandschaft betont. Zurzeit erarbeitet der Museumsbund gemeinsam mit VerA ein Papier zu dem Thema „Faire Vergabe“.

    Redaktion: Wie blicken Sie als erfahrener Ausstellungsgestalter auf die vielen Möglichkeiten, die sich durch neue Technologien eröffnen bzw. welche Technologien werden den Ausstellungssektor nachhaltig prägen/verändern?

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    Matthias Kutsch: Natürlich geht die technische Entwicklung nicht an den Museen und ähnlichen kulturellen Einrichtungen vorbei. Es gibt viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten von Medien in Museen. Der Mediaguide hat seine Position in den Museen gefestigt und ist mit seinen vielen Möglichkeiten und der Mehrsprachigkeit ein wichtiger Baustein. Die Langlebigkeit der Medien ist für Museen sehr wichtig, da die Technik für den Dauerbetrieb ausgelegt sein sollte. Trotzdem schrecken die Anfälligkeit und der teilweise hohe Wartungsaufwand viele Museen ab. Neue Techniken wie Augmented und Virtual Reality haben ihren Reiz, genauso wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Ausstellungen. Ich sehe es aber als meine Aufgabe, Medien zu so verwenden, dass durch ihren Einsatz die Vermittlung der Inhalte unterstützt wird. Das Exponat als Herzstück des Museums steht weiterhin im Vordergrund.

    Redaktion: Mit dem Umzug des VerA nach Leipzig wäre die MUTEC 2022 für den Verband quasi ein Heimspiel. Was erhoffen Sie sich von der Messe im nächsten Jahr?

    Matthias Kutsch: Der Umzug von VerA nach Leipzig war ein weiterer Schritt zur Professionalisierung unseres Verbandes. Mit dem Kinder- und Jugendmuseum UNIKATUM als Standort unserer Geschäftsstelle haben wir einen idealen Partner und mit Frau Annegret Hänsel, Gründungsmitglied von VerA, eine gute Leiterin der Geschäftsstelle gefunden. Leipzig ist eine interessante Stadt mit einer spannenden Entwicklung. Natürlich streben wir eine intensive Zusammenarbeit mit der MUTEC an. 2022 werden wir auf der Messe präsent sein und mit einer Vortragsreihe zum Rahmenprogramm beitragen.

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